Individualisierungskonzept

 PDF Download

Im Schulgesetz ist seit vielen Jahren der Begriff der „Individualisierung“ fest verankert. Um diesen Begriff inhaltlich zu füllen und für Eltern, KollegInnen und Kinder Transparenz und Sicherheit zu schaffen, hat sich das Kollegium der Nikolaus-Schule auf den Weg gemacht, verlässliche Vereinbarungen für diesen Bereich im Rahmen des Schulprogramms zu treffen.

Das Ergebnis der Qualitätsanalyse im November 2009 hat uns Hinweise darauf gegeben, welche Aspekte von Unterricht wir dabei in den Blick nehmen müssen.

Nachfolgend sind die Methoden und Materialien – nach Fachbereichen geordnet – aufgelistet, auf die sich das Kollegium der Nikolaus-Schule nach intensiver inhaltlicher Arbeit verständigt hat.

Die Methoden und Materialien sind nun für alle Klassen verbindlich und somit in jeder Klasse, in der praktischen Arbeit zu finden. Sie tragen – neben anderen Elementen des Schulprogramms – dazu bei, dass jedes Kind an unserer Schule seinen Lernweg individuell, also seinen persönlichen Voraussetzungen, Fähigkeiten und Interessen entsprechend, beschreiten kann.

Allgemein gilt:

  • individuelle Hausaufgaben für alle Kinder, die in eigenem Tempo bearbeitet werden
  • Diagnosen und daraus resultierende Übungen
  • Zusammenstellung individueller Trainingsmappen zu Förder-/ Forder- schwerpunkten
  • individuelle Bearbeitungszeiträume für Aufgaben
  • Erstellung von Lernplakaten in Gruppenarbeit und Vorstellung im Plenum
  • Präsentation von Einzel- oder Gruppenergebnissen im Kreisgespräch
  • Präsentation eigener Ideen und Werke im Plenum
  • Möglichst offene Aufgabenstellungen -> vielfältige Materialien zur Verfügung -> individuelle Ergebnisse
  • natürliche Differenzierung: Bearbeitung einer Aufgabenstellung auf verschiedenen Niveaustufen (mit versch. Rückmeldungen)
  • Materialsammlung und -bereitstellung nach Interesse zu Themen
  • Freie Arbeit: Zeit für eigene Aufgabenstellungen und Ideen, verschiedenes Material, verschiedene Arbeitsformen, Auswahl der eigenen Arbeit
  • Hilfe durch individuelle, persönliche Besprechung der Arbeit im Vier-Augen- Gespräch
  • Einsatz von ansprechendem Material
  • Portfolio-Arbeit
  • Arbeit am PC, Nutzung der „Lernwerkstatt“-Programme am PC und „Antolin“, „Zahlenzorro“
  • Nutzung unterschiedlicher Arbeitsplätze (z.B. Sitzsack, Bank, Matte, …)
  • Nutzung von Stille-Kopfhörern (bei Bedarf)

Alle Arbeitspläne können gekürzt oder angereichert werden.

Fachbereich Deutsch:

  • Einsatz des Hör-/Schreib- und Sehpasses in der Schuleingangsphase
  • Arbeit mit dem Modellwortschatz
  • Bearbeitung von Abschreibtexten im passenden Rechtschreib-Bereich
  • Arbeit mit dem Wörterbuch
  • unterschiedliche Lineaturen - je nach feinmotorischen Fähigkeiten
  • Freies Schreiben
  • differenzierter Schreibanfang
  • zeitlich offenes Schreibende beim Schreiben von Texten
  • Auswahl von Texten in der Lesestunde durch die Kinder
  • Lesehefte auf unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen
  • szenisches Spiel zum besseren Verständnis von Texten

Fachbereich Mathematik:

  • Lernen im eigenen Tempo und individuelles Durchlaufen der Rechenblöcke
  • Möglichkeit, Inhalte im Arithmetik-Material zu überspringen, Weiterarbeit auf höherem Niveau (nach Durchführung entsprechender Diagnosen bzw. Bestehen entsprechender Tests)
  • Austausch über und Würdigung von individuellen Rechenwegen

Fachbereich Sachunterricht:

  • Rahmen-Themen arbeitsteilig bearbeiten -> Referate
  • Forscheraufgaben mit freier Themenwahl

Über diese verbindlichen Punkte hinaus gibt es in den Klassen eine Vielzahl praktizierter Methoden und eingesetzter Materialien, die zur Individualisierung beitragen, aber nicht verbindlich für alle Klassen sind, wie zum Beispiel:

  • Werkstatt-Arbeit
  • Stationen-Arbeit
  • Wochenplan
  • Führen eines Lesetagebuches
  • Führen eines Lerntagebuches
  • uvm.


Das Angebot der Lerninsel und somit die Arbeit unserer Sonderpädagogin mit einzelnen Kindern und Kleingruppen sowie die Einrichtung von Kleingruppen mit psychomotorischer Förderung („Sporties“), die Förderung im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ und die Unterstützung durch den Schul-Sozialarbeiter runden unser Angebot zur Individualisierung ab.